RVS Reit- und Fahrverein Schönbuch
71088 Holzgerlingen
Unser Trainer-Team Lisa Renz: Nachwuchs- und Turniergruppe Meine Volti-Zeit begann vor 26 Jahren hier in Holzgerlingen. Ich kam nach langer Wartezeit endlich in die Gruppe auf „Hassan“ unter der Leitung von Gerhard Wößner. Wir waren schon damals eine tolle Gruppe, von denen auch heute immer noch viele, längst fest im Berufsleben, auf unserem Reitturnier mithelfen, zu Besuch kommen oder sich einfach immer noch mit dem Verein verbunden fühlen. Ich war nie besonders gut aber mich hat dieses ganz besondere Fieber gepackt, und selbst als sich mein Fokus dann immer mehr aufs Reiten verlagerte ging mir das Volti nie ganz aus dem Kopf. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich etwas vermisse, mir etwas Wesentliches fehlte; diese ganz besondere Gemeinschaft. Als dann 2007 ein Helfer für die Anfänger gesucht wurde stellte ich mich vor und wurde von Carola Schiesling „mit Handkuss“ in das Trainerteam integriert. Klar, eine junge Reiterin, die sich für die Pferdeausbildung interessiert, viel Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen hat und dann auch noch ein Sozialpädagogik-Studium absolviert ist in so einem Job irgendwie ganz gut aufgehoben. Noch dazu war dieses Trainerteam gerade dabei, eine gut strukturierte Abteilung aufzubauen, die den Basis- und Leistungsbereich umfassend abdeckt, und dies wollte ich sehr gerne mit unterstützen. 2010 entwickelte sich eine unserer Nachwuchsgruppen dann richtig stark. Nach ein paar tollen Erfolgen auf breitensportlichen Wettkämpfen formierte sich eine angehende Turniergruppe, die aber leider durch mehrere heftige Schicksalsschläge, was unsere Pferde betraf, erst 2015 den Einstieg in den Leistungsbereich schaffen konnte. Mit Bacardi, einem „nicht voltigierbaren Pferd“, wie andere ihn beschrieben. Spitzen-Pferd Nobsi hatte uns ganz unvermittelt verlassen, Nachfolgerstute Kara wurde lebensbedrohlich verletzt, nach langem Kampf wieder gesund, dann aber durch Spätfolgen doch nicht mehr voll belastbar, und Bacardi, unsere große Hoffnung, mit Mühe und Schweiß ausgebildet und endlich startbereit, wäre zwei Mal um ein Haar verkauft worden. Aber eins kann jeder ambitionierte Pferde- oder Mannschaftssportler unterschreiben: aus Rückschlägen lernt man oft am meisten, und sie schweißen ein Team noch fester zusammen. Ich denke diese ganze schwierige Vorgeschichte, das jahrelange Bangen um das unerlässlichste Mitglied der Gruppe, das Pferd, war nötig für das, was wir heute mittlerweile haben. Das Durchhalten und weiter machen, auch ohne große Aussicht auf Erfolg, die Hoffnung, die uns trotzdem immer verbunden hat, der Rückhalt in jeder Krise, das alles hat uns klar gemacht, wie unglaublich toll es ist, wenn man dann doch irgendwann mit einer fitten Mannschaft und einem gesunden, gut trainierten Pferd an den Start gehen kann. Plötzlich war es einfach wahr. Und das genießen wir nun auch mit jedem Start aufs Neue – die Freude, einfach dabei sein zu können. Das ist jedes Mal schon unser größter Sieg. Wir haben's geschafft – zusammen. Sehr profitieren konnte ich während meiner bisherigen Lehrzeit auch von vielen, sehr unterschiedlichen Pferden, mit denen ich an der Longe oder unterm Sattel arbeiten konnte. Ebenso von meiner Pferde-Physiotherapie-Ausbildung, die ich 2012 in München absolviert habe. Viele Probleme lassen sich, wenn man erst mal hinter die Ursache kommt, auch ohne Tierarzt und meist erstaunlich simpel beheben. Nicht selten, dass ein Pferd, welches ein halbes oder dreiviertel Jahr aus unerfindlichen Gründen lahm ging, durch gezielte Unterstützung, einen konkreten Trainingsplan und einen kritischen Blick aufs Equipment wieder aufgebaut werden kann. Doch noch viel wichtiger ist, das man von Vornherein für die Gesundheit der Pferde sorgt. Das umfasst die Haltung, Fütterung, Ausbildung, Training, den mentalen Ausgleich, und vieles mehr. Daher lege ich Wert darauf, dieses Thema an unseren jungen Nachwuchs vermitteln zu können, was sehr gut angenommen wird und auf reges Interesse, sogar bei vielen Eltern, stößt. Wir sind also über all die Jahre als Mannschaft, als Team, sehr zusammen gewachsen und zum Großteil auch zusammen geblieben und die, die ausgeschieden sind, kommen immer noch regelmäßig zu Besuch und fiebern mit uns mit. Wen das Volti- Fiber einmal packt, den lässt es nicht mehr los, auch wenn man selbst nicht mehr (oder sogar schon sehr lange nicht mehr) aktiv mit dabei ist! Mit dieser, meiner „ersten Mannschaft“, bin auch ich stets mit gewachsen. Wir haben vom ersten Grundstein an alles zusammen erarbeitet und erkämpft. Weder die Gruppe noch ich noch die Pferde hatten Turniererfahrungen, doch wir waren immer bereit, uns von guten Leuten unterstützen zu lassen und durften auf diesem Weg auch alle zusammen viele tolle Trainer und Pferdeleute kennen lernen. Der Aufstieg in Klasse L und bald Klasse M, der Kreismeistertitel 2015, die Nominierung für den Deutschen Voltigierpokal 2017, und das alles in so kurzer Zeit, da muss einfach vieles richtig laufen. Wir haben jetzt schon mehr erreicht, als wir je geglaubt hätten, und so wie es aussieht sind wir noch lange nicht am Ende. Erfahrenere Volti-Fachleute bestätigen mir immer wieder, dass wir auf einem richtig guten Weg sind, und welches Potential in dieser Mannschaft steckt. Es ist schon erstaunlich, wie fundiert wir trotz unserer geringen Erfahrung aufgestellt und vorbereitet sind. Deshalb an dieser Stelle Danke an alle, die uns auf diesem Erfolgsweg unterstützt haben und künftig noch begleiten werden. Daran sind unzählige helfende Hände in der Vergangenheit genauso mit beteiligt wie einige richtige Entscheidungen wie der Kauf von Bacardi, viele gute Tipps von älteren „Hasen“ und deren Unterstützung in jedem Bereich. Wenn es die Möglichkeit gibt, unseren Horizont zu erweitern, sind wir immer gerne offen für neue Perspektiven, mal sehen, wohin unser Weg uns noch führt. Was mir immer klar gewesen ist: So ein grandioser Erfolgsweg kann langfristig nur funktionieren, wenn die ganze Abteilung, der Verein und die Eltern mitziehen und sowohl die Entwicklung des Leistungsbereichs als auch die Förderung des Nachwuchses stattfinden kann und ernst genommen wird. Daher bin ich auch sehr stolz auf die vielen tollen „kleinen“ Voltis, die ich in den rund 10 Jahren meiner Trainerzeit nun schon betreuen und fördern durfte. Mitzuerleben, wie Kinder in diesen Sport rein wachsen, ihren Weg zum Pferd finden, dieses Feuer fangen, ist einfach nur grandios. Manche probieren vielleicht nach ein oder zwei Jahren Volti noch eine andere Sportart aus und das ist ihr gutes Recht: Kinder sind ganz besonders kreativ und wollen ausprobieren, auch sich selbst ausprobieren. Deshalb ist es genauso toll wie eine tolle Schleife, den Kleinen einen Rahmen bieten zu können, in dem sie sich ausprobieren und mal etwas wagen können, noch mehr, wenn der Rest der Gruppe mit dabei steht und anfeuert, sich mit freut, wenn es klappt und tröstet und aufbaut, wenn es eben doch noch nicht so ging wie gedacht. Es muss nicht immer klappen, aber man muss lernen, sich einzuschätzen und seinen Fähigkeiten zu vertrauen. Selbstbewusstsein; herausfinden, was man kann, herausfinden, was man nicht kann, und sich freuen über jeden Schritt, den man weiter kommt. Und genau da ist die Komponente Pferd in diesem Selbstentdecken unersetzlich: egal, was passiert, das Pferd ist immer für einen da und schenkt seine Zuneigung, ganz ohne zu bewerten. Vertrauen kann wachsen. Wie viel Vertrauen in sich selbst und dieses riesige Fluchttier unter einem nötig ist, um in 4-5 Metern Höhe im Galopp und unter den Gesetzen der Fliehkraft eine „Flieger-Übung“ zu turnen, und das oft schon mit 9 oder 10 Jahren, lässt sich wohl nur erahnen. Voltigieren gilt nicht zu Unrecht als „Aktion-Sport“ oder „Extrem-Sport“, fordert gleichermaßen Kraft, Spannung und Ausdauer wie Eleganz, Harmonie und Einfühlungsvermögen. Dieser Sport ist vielleicht im Vergleich zu anderen Pferdesportarten noch nicht so angesehen und bekannt, wie er es meiner Meinung nach verdient hätte, aber er ist im Unterschied zu anderen ein Pferde-Mannschaftssport und noch dazu so vielfältig, so faszinierend und so wundervoll, dass es sich einfach lohnt, ihn auch künftig gut neben den anderen, bekannteren Pferdesportarten zu etablieren. Daher ist es mein Wunsch, dass es uns zusammen gelingt, die Volti-Abteilung nach dem großen Umbruch 2016 wieder richtig fundiert aufzubauen und die Lücke zwischen Einstiegsbereich und Turniersport gut zu schließen. Farina Becker: Nachwuchsgruppe Seit Oktober 2016 unterstützt die begeisterte Voltigiererin und Physiotherapeutin Farina uns bei der Ausbildung unserer Nachwuchs-voltigierer. Sie voltigiert seit 1994 aktiv bis Klasse M und hat ihren Lieblingssport immer dort hin mitgenommen, wo sie gerade war. Mittlerweile hat sich ihr Lebensmittelpunkt in den süddeutschen Raum verlagert und das hat sie glücklicherweise zu uns in den Verein geführt. „Immer wenn es auf dem Turnier ernst wird, wenn die Voltigierer und das riesige Pferd mit ihrer Choreographie, der Kür und der darauf abgestimmten Musik zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk verschmelzen, dann muss man einfach die Luft anhalten. So viele kleine Details müssen zusammenpassen und wenn das gelingt, ist das einfach etwas Wunderschönes. Diese Atmosphäre ist unglaublich und zieht einen total in Bann.“ Höhepunkte ihrer Karriere waren der Titel Pfalz-Meister in L und die Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft in Zweibrücken. Auch das Sondertraining mit Frauke Bischof ist ihr als besonderer Höhepunkt ihrer Voltizeit in guter Erinnerung geblieben. Ganz aktuell fiebert sie auf den Deutschen Voltigierpokal hin, für den sie sich mit ihrer L-Gruppe qualifiziert hat, denn so ein großes, mehrtägiges Turnier ist nochmal etwas ganz anderes. „Wenn wir zum Einlaufen bereit stehen und die Musik los geht, dann bekomme ich jedes Mal kaum noch Luft vor Freude und wenn alles gut gelaufen ist und das ganze Team das Beste gegeben hat dann muss ich auch schon mal ein Tränchen weg blinzeln, das reißt einen einfach mit.“ Ihr Wunsch wäre, dass die Nachwuchsvoltis in unserem Verein auch solche tollen Erfahrungen sammeln können, wie es ihr bisher möglich war, denn dann weiß man einfach, wozu man sich so angestrengt hat und was man mit gutem Teamwork alles zusammen erreichen kann. Lara Schoepe: Voltisport Seit November 2016 übernimmt Lara Schoepe, Sportstudentin und junge 18 Jahre alt, die sportliche Förderung der Voltigierer und Voltigiererinnen des RVS Holzgerlingen. Seit 2007 ist sie bei uns im Verein in der Voltige aktiv, von den Anfängen in der Schrittgruppe, damals achtjährig, bis heute, zur Leistungsklasse L. Ihr Ziel ist der Aufstieg in die Leistungsklasse M, für den sie mit ihrer Mannschaft und Bacardi in der jetzigen und der vergangenen Turniersaison mit 3 Aufstiegsnoten bereits den Weg geebnet hat. Ihre umfangreiche sportliche Erfahrung sammelte sie auf Lehrgängen bei einigen namhaften Turn- und Voltigiertrainern, darunter Lisa Blankenhorn, Viktor Brüsewitz, Andi Kumpf, Theresa-Sophie Bresch, Anja Traub und viele mehr. „Beim Voltigieren müssen Longenführer, Pferd und Voltigierer auf den Punkt zusammen arbeiten, dann kann man zusammen immer neue Aufgaben angehen und meistern und auch individuelle Grenzen übersteigen.“ Ihre Vorbilder sind die zwei jungen amerikanischen Voltigiererinnen Kimmy und Cassidy Palmer, die für ihren Pas des Deux Start beim FEI World Cup 2016 ein Sondertraining auf unserer Anlage absolviert hatten. Da konnte sie die zwei Schwestern ganz persönlich kennen lernen und sich in unserer Pizzeria sogar noch im ganz gemütlichen Rahmen mit dem sympathischen Erfolgsduo über ihren Lieblingssport austauschen. Sportlich ist Lara auch beim Fußball und in der Leichtathletik aktiv, denn fürs Voltigieren braucht man neben Balance und Körperspannung auch Kraft und Ausdauer, und all das will eben kontinuierlich trainiert werden. Außerdem geht sie noch joggen und biken, einfach wann es geht raus in die Natur.